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24.04.2010
Leider musste ich
wieder einmal eine längere Pause einlegen. Meine
Krankheiten haben mir einen Strich durch die Rechnung
gemacht. Starke Schmerzen, keine Nacht durchschlafen und
immer wieder neue Medikamente. Von Opiaten auf Morphin,
eine 4-wöchige Reha, in der ich zusammengebrochen bin
und ins Herzzentrum auf die Intensiv gebracht werden
musste. All diese Rückschläge nahmen mir die Kraft, und
ich schaffte es wieder auf mein Kampfgewicht von 123 kg.
Keine Kraft, immer müde und zu viele Schmerzen um sich
zu bewegen. Kein Wunder, dass die Waage immer mehr
anzeigte. Mein Arzt machte mir nie Mut, dass ich
abnehmen kann, so lange ich all diese Mittel einnehmen
muss. Es war ja nicht alleine das Kortison das ich 4,5
Jahre einnehmen musste, und das im Dezember 2009 endlich
abgesetzt, bew. durch andere Mittel ersetzt werden
konnte, was mir sehr viel bedeutet hat, denn
dieser Dreck hat erheblich zu meiner Gewichtszunahme
beigetragen. Gewichtsmäßig war ich jedenfalls wieder
einmal an Ende.
Nachdem mich im letzten
Jahr meine
Orthopädin, so wie meine Schmerztherapeutin im wahrsten
Sinne des Wortes aufgegeben hatten, nahm mich Anfang des
Jahres meine Schwester mit zu ihrem Orthopäden. Und er
ist der reinste Segen und ein Glückstreffer für mich. An
dieser Stelle mein liebes Schwesterlein Uschi möchte ich
Dir von ganzem Herzen DANKESCHÖN sagen!
Dieser Arzt sagte nicht
das übliche wie alle anderen Ärzte wie
z.B. "Sie wissen ja, dass sie 40 kg zu viel haben", oder
"Nehmen sie ab, dann geht es ihnen besser". Blablabla... - super
Sprüche. Keiner dieser Ärzte in all den Jahren sagte mir ein einziges Mal,
dass "Adipositas permagna" eine Krankheit und
behandlungsbedürftig ist. Keiner meiner hiesigen Ärzte bot mir
wirklich Hilfe an im Kampf gegen die Pfunde.
Alkoholsüchtige sind als Kranke anerkannt,
Drogensüchtige bekommen sogar ihre tägliche "Medizin",
sprich Droge, kostenlos. Und was ist mit den Dicken? Die
bekommen immer nur dumme Sprüche aufgedrückt. Keiner dieser
Ärzte kann nachvollziehen was eine Fettleibige ertragen
muss, und keiner dieser Ärzte hat auch nur eine Spur von
Ahnung, wie schwer es ist eine Diät durch zu halten.
Niemand muss mir sagen, dass ich viel zu dick [FETT]
bin, das weiß ich selbst nur zu genau. Schließlich bin
ich die jenige, die diesen Dreck mit sich herum schleppen
muss. Und ich bin mit Sicherheit nicht glücklich darüber
so zu sein. Mein Dicksein liegt nicht an fettem
Essen, an literweise Cola schlucken, Chips knabbern oder
Schokolade in sich reinschaufeln. In meinem Haushalt
gibt es nichts dergleichen. Ich ernähre mich seit
Jahren fast fettfrei, esse viel Obst, Salat und Gemüse
ohne schwere, fette Soßen. Ich kenne mich mit
Kalorientabellen zur Genüge aus und weiß wo die
versteckten Dickmacher drin sind. Es lag hauptsächlich
an Bewegungsmangel und dem Kortison, was mir mein Hausarzt auch so gesagt
hat. Zu viele Schmerzen - keine Bewegung, und bin ich
mal schmerzfrei, was selten genug vorkommt, steht mir
mein Gewicht im Wege um aktiv zu werden. Ein Kreislauf,
und immer wieder die Tritte und oberflächlichen Sprüche
der Ärzte "Nehmen sie ab, dann geht es ihnen besser".
[Nachtrag Juli 2010: Inzwischen habe ich 22,5 kg
abgenommen. Leider werden die Schmerzen durch das
Lipödem in den Beinen immer unerträglicher].
Einer der Ärzte, er
schimpft sich Neurologe/Psychologe, schrieb Ende letzten
Jahres diesen Satz in meinen Bericht: "Die in der Wohnung
frei bewegliche, hier mit Stockhilfe plump gehfähige
Patientin [erhebliche Adipositas]...". Das Wort
Adipositas wurde von ihm in dem Bericht mehrer Male
erwähnt. Frei beweglich
bin ich in meiner Wohnung nur, weil diese so
eingerichtet ist, dass ich mich beim gehen überall
festhalten kann, was ich ihm auch so gesagt hatte, was
aber von ihm anders ausgelegt wurde. Wer diesen Bericht
liest bekommt den Eindruck, dass ich nur zum Spaß den
Stock mit nach draußen nehme, der mir übrigens von
meinem Hausarzt vor einigen Jahren verordnet wurde.
[Nachtrag Juli 2010: Die Verordnung eines Rollators
wurde inzwischen durch die Behindertenhilfe angeordnet]. Vielleicht will ich
mit meinem Stock im Sommer die Mücken
verscheuchen, oder vielleicht auch nur Mitleid erregen?
Der Stock ist ja auch so toll, wenn es z.B. regnet, ich
meinen Einkaufswagen ziehen muss, und keine Hand frei
habe einen Schirm zu halten. In strömendem Regen ohne
Schirm ist ja auch so toll. [Vorsicht Ironie!]
Wie schon gesagt
erwähnte er das Wort Adipositas [Fettleibigkeit] öfters in seinem kurzen Bericht, der
nur darauf hinauszielte mein Gewicht für alles
verantwortlich zu machen. Sicher tragen meine Kilos zu
den Schmerzen bei, keine Frage, aber meine
Krankheiten
sind nicht durch mein Gewicht entstanden, sondern sind
teilweise erblich bedingt [z.B. Rheuma], und teilweise
auch durch schwere Arbeiten während meiner früheren
Arbeitsjahre. Ich würde mir wünschen von einigen Ärzten
als Mensch behandelt zu werden und nicht als ein
fettleibiges Monster, als das ich oft dargestellt werde.
Auch Dicke haben Gefühle und sind verletzbar. Das sollte
vor allem ein Psychologe/Neurologe wissen. Aber die Gabe
"zuhören"
ist wohl sehr vielen Ärzten abhanden gekommen. Und noch
ein guter Tipp an all die Ärzte, die die Nase hoch
tragen und einem unverschämt arrogant gegenüber treten
als seien sie Götter in weiß; wenn Ihr eines Tages die Augen für immer schließt, dann
habt ihr mit Sicherheit so viel in den Taschen wie alle
Menschen, ob arm oder reich, die den letzten Weg in
einem Sarg antreten: Nämlich NICHTS!!! Also lieber Herr
Prof. Dr. Asc..., denken Sie mal darüber nach wie sie
anderen Menschen gegenüber treten und diese behandeln
als seinen sie der letzte "adipöse" Dreck auf der Welt.
Blicke und Gesten sind oft verräterisch. [Der Name
bedeutet nicht nach was er aussieht, es ist der echte
Name dieses arroganten Herrn, allerdings abgekürzt.]
Ihnen mein lieber Herr Prof. gehört meine ganze
Verachtung. Sie sollten erst einmal eine Schulung machen
wie man Menschen behandelt, bevor sie sich Prof. der
Neurologie/Psychologie schimpfen. Menschen suchen Hilfe
bei Ihnen, die Sie zu geben scheinbar nicht im Stande
sind. Es sei denn sie sind schlank und sportlich wie
Sie!? Im Übrigen hat dieser Herr die Untersuchung, die
meine damalige Orthopädin in ihrer Überweisung verlangt
hatte, um die Bestätigung einer Krankheit zu bekommen,
einfach nicht durchgeführt mit der Bemerkung auf meine
Frage hin, warum er diese nicht durchführt, sie sei
unnötig, weil ich diese Krankheit nicht hätte. Schön von
Ihnen Herr Prof., dass sie den absoluten Röntgenblick
haben und Diagnosen stellen können nur indem Sie eine
"DICKE" anschauen. Solche Ärzte braucht die Welt! Schön
auch, dass sie mich als "nicht depressiv" deklarieren.
Als Prof. müssten Sie eigentlich wissen, dass
Depressionen ein Bestandteil der "Polymyalgia
rheumatica" sind. Im Übrigen war es in Ihrem Bericht
gelogen, dass sie "ERNEUT" über mich berichten. Wir sind
uns an diesem Tag zum 1. Mal [und mit Sicherheit zum
letzen Mal] begegnet.
DICKER ABSATZ und tief
Luft holen

Weil ich im letzten Jahr die
2x
1Std. wöchentliche Reha im
Fitnesscenter nicht schaffte, habe ich mir inzwischen ein
mechanisches Laufband angeschafft. Meine ersten
Gehversuche beschränkten sich auf 10 Schritte, weil die
Schmerzen nicht mehr zuließen, und mir zudem die Luft
ausging. Ich leide u.a. an Asthma und chr. Bronchities. Inzwischen schaffe ich täglich eine 1/2 Std.
langsames Gehen [ca. 1,3 km]. Dass ich das jemals schaffen
würde habe ich vor 2 Monaten nicht gedacht. Trotz aller
Schmerzen zwinge ich mich jeden Tag aufs Laufband. Und
wie man an meinem Ticker unten sieht wird mein
Durchhalten und auf die Zähne beißen belohnt. Ein
anderer Neurologe [nicht der OHNEUNTERSUCHUNGDIAGNOSESTELLENDE Prof.] machte mir Ende letzten
Jahres keine Hoffnung, dass ich je wieder ohne meinen
Gehstock das Haus verlassen kann. Noch kann ich es
nicht, aber ich habe mir auch das vorgenommen, und ich
werde ihn eines Tages eines besseren zu belehren. Ärzte
wissen ja schließlich nicht alles und können auch nicht
in die Zukunft schauen ;o.)).
[Wie schon oben erwähnt
wurde inzwischen ein Rollator angeordnet. Die Hoffnung,
dass ich jemals wieder ohne Gehhilfe das Haus verlassen
kann habe ich aufgegeben.]
Mein neuer Orthopäde sagte
bei meinem ersten Besuch: " Ich stehe voll hinter ihnen,
aber die Arbeit müssen sie selbst tun". Er hat sich sehr
lange mit mir unterhalten, er hat mir zugehört und mich
vor allem ernst genommen. Bei jedem Besuch lege ich nun
mein Gewichtsbuch vor, das ich schon seit Jahren führe.
Er hilft mir mit guten Ratschlägen, und er spart auch
nicht mit Lob wenn ich wieder ein paar Kilos losgeworden
bin. Seit Anfang Februar habe ich nun schon 22,5 kg abgenommen
[Stand Juli 2010]. Mein
aktuelles Gewicht kannst Du unter dem Brillen-Uhu an dem
Ticker ablesen. Ohne Kortison, mit meiner Schwester, die
mir sehr hilft, und meinem neuen Orthopäden kann ich
wieder in eine "dünnere" Zukunft schauen. Ich habe ein neues Motto: "DAS FETT MUSS WEG!"
Und ich habe endlich nach vielen Jahren einen Arzt
gefunden, der mir dabei den Rücken stärkt und mir nicht
mit dummen Sprüchen kommt.
Mein 1. großes Ziel:
Ich werde ein UHU
[Unter
hundert]

Jipiehjäh, seit dem
23.07.2010 bin ich ein UHU!
Nächstes Ziel: 90 kg
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