Wo und durch wen findet sexueller Missbrauch statt?

Welche Signale senden Kinder aus?

Wie erkennen Sie einen Missbrauch?

Hier findet man Antworten

 


Woran erkennt man misshandelte Kinder?

Die Fälle von Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen häufen sich in den Medien. Immer wieder entdeckt das Jugendamt völlig verwahrloste und bis ins Unvorstellbare gedemütigte Kinder. Die Nachbarn wollen nichts von den verheerenden Zuständen bemerkt haben, doch mit offenen Augen lassen sich einige Anzeichen erkennen.

Blaue Flecken an den Waden oder Schürfwunden am Arm sind bei Kindern gewiss nichts Ungewöhnliches. Es gibt allerdings auch Fälle, bei denen die Wunden nicht vom harmlosen Spielen kommen.

Eine am Dienstag vom britischen Medizinjournal "The Lancet" in London veröffentlichte Studie ergab, dass in den Industrieländern jedes zehnte Kind Opfer von Misshandlungen wird.


Woran erkennt man ein misshandeltes Kind?

Psychische Gewalt

Psychische Misshandlungen sind nicht so offensichtlich wie körperliche. Demütigungen und Beschimpfungen wirken sich auf den Seelenzustand der Kinder aus, häufig sind sie danach traurig. Ein bis 15 Prozent werden bedrohlich vernachlässigt, so dass ihre emotionalen und körperlichen Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind. "Es gibt wachsende Beweise dafür, dass Vernachlässigung in der Kindheit ebenso schädlich sein kann wie körperliche Misshandlung oder sexueller Missbrauch", heißt es in dem Bericht. Psychische Misshandlung, durch die sich Kinder wertlos, unerwünscht oder verängstigt fühlen, betreffen pro Jahr rund zehn Prozent aller Mädchen und Jungen.

Körperliche Gewalt

Körperliche Gewalt hat deutlich erkennbare Anzeichen: Blutergüsse, Platzwunden, Striemen. Auffällig sind die teilweise abenteuerlichen Erklärungen, mit denen die Kinder ihre Verletzungen zu entschuldigen versuchen. Die Gewaltübergriffe geschehen in den meisten Fällen im familären Umfeld. Ärzte warnen: "Kindesmisshandlung ist alltäglich und für viele ein Dauerzustand."

 

Die Anzeichen

 

Spätauswirkungen der Gewalt

 

Gewalt gegen Kinder habe zahlreiche schädliche Langzeitfolgen, insbesondere für das Verhalten. So begehen misshandelte Mädchen doppelt so viele Gewaltverbrechen wie normal aufgewachsene Mädchen. Deutlich häufiger seien bei Menschen, die in der Kindheit Gewalt erleiden mussten, auch Alkohol- und Drogenmissbrauch, Prostitution, Depressionen, Selbstmordversuche, Essstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen festzustellen. Quelle


 

Vergewaltigung - wie man ihr vorbeugen kann

 

Eric war ein großer, gut aussehender junger Mann aus einer guten Familie. Sabine, 19 Jahre alt, und ein anderes Mädchen waren bei Eric und seinem Zimmergenossen zu einem Grillfest eingeladen. Sabine ging hin, doch ohne ihr Wissen hatte das andere Paar abgesagt. Bald verließen die übrigen Gäste das Fest.

"Ich merkte, dass irgendetwas nicht stimmte, aber ich schob den Gedanken beiseite", sagte Sabine.

Als Eric erreicht hatte, dass er mit Sabine alleine war, vergewaltigte er sie. Sabine ging nicht zur Polizei, und später zog sie an einen Ort, der 240 Kilometer entfernt war, nur um Eric nicht wieder zusehen. Nach einem Jahr hatte sie immer noch Angst sich zu verabreden.

 


 

Vergewaltigungen...

 

...werden zu einer wachsenden Bedrohung, und die beste Verteidigung einer Frau besteht darin, sich dessen bewusst und vorbereitet zu sein. Nicht jede Vergewaltigung ist vorauszusehen. Wenn man jedoch weiß wie Sexualverbrecher denken, und wie sie ihre Angriffe planen, könnte das helfen Warnsignale zu erkennen. Ein altes Sprichwort lautet: "Der Erfahrene sieht das Unglück kommen und bringt sich in Sicherheit; der Grünschnabel läuft mitten hinein und muss es büßen." Das beste Mittel eine Vergewaltigung zu verhindern besteht darin, dem Vergewaltiger aus dem Weg zu gehen. Du solltest das Verhaltensmuster kennen, durch das sich ein Mann, wenn du ihn gut kennst, als möglicher Sexualtäter zu erkennen geben mag. Einige Männer betrachten die Kleidung der Frau, oder ihr Einverständnis, mit einem Mann allein zu sein, als Entschuldigung für die Vergewaltigung. Eine Frau ist für solche verzerrten Ansichten nicht verantwortlich. Trotzdem würde sie gut daran tun eine solche Einstellung zu durchschauen.

Sei nicht mit einem Mann alleine, den du nicht gut kennst. [Selbst wenn du ihn gut kennst, solltest du vorsichtig sein] Ein Fremder könnte bei Dir zu Hause vorsprechen und vorgeben, ein Handwerker zu sein. In diesem Fall sollte er sich ausweisen können. Häufig bitten Männer eine Bekannte, angeblich nötige Besorgungen für sie zu erledigen, die es erfordern, bei ihnen vorbeizuschauen. Oder sie behaupten, bei einem Treffpunkt wären noch andere da. Falle nicht auf solche Maschen herein!

Um Problemen auszuweichen, die sich bei Verabredungen ergeben könnten, ist es besser, sich nur in Gruppen zu treffen, oder eine Begleitperson mitzunehmen. Du solltest denjenigen, mit dem du dich verabredet hast, gut kennen und ihm eindeutig zu erkennen geben, wie weit er sich - wenn überhaupt - annähern darf. Überlege dir ob du Alkohol trinkst! Du kannst nicht auf der Hut sein, wenn dein Denken durch Alkohol beeinträchtigt ist. Verlass Dich auf Dein Gespür. Fühlst du dich in der Nähe einer Person unwohl, solltest du nicht nach dem Motto handeln: " Im Zweifelsfall für den Angeklagten". Geh einfach weg.

Vor allem Eltern von Jugendlichen tun gut daran, mit ihren Kindern zu besprechen, wie man einer Vergewaltigung vorbeugen kann, und gefährliche Situationen beim Namen zu nennen. Denn die meisten Sexualverbrecher und deren Opfer sind junge Leute.

 


 

Handle schnell!

 

Nicht jede Vergewaltigung lässt sich voraussehen. Ganz plötzlich magst du unabsichtlich alleine sein, und dich einem Mann gegenübersehen der stärker ist als du, und der dich um jeden Preis zum Geschlechtsverkehr zwingen will. Was dann?

Handle schnell, und denke an dein Ziel - die Flucht. Oft testet der Sexualverbrecher sein Opfer erst, bevor er sich zum Angriff entscheidet. Deswegen ist es wichtig seine Pläne so schnell wie möglich zu durchkreuzen, ehe er genug Mut aufbringt, um das Verbrechen zu begehen. Experten sprechen von zwei Möglichkeiten: vom passiven und vom aktiven Wiederstand. Zuerst kann man es mit passivem Wiederstand versuchen, und dann, wenn das nichts nützt, zum aktiven übergehen.

Passiver Wiederstand kann alles mögliche einschließen: Man versucht Zeit zu gewinnen indem man mit dem Verbrecher spricht. Man gibt vor an einer sexuell übertragbaren Krankheit zu leiden, oder man fängt an sich zu erbrechen. Was die Taktiken betrifft sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Um passive Taktiken - einzig und alleine körperliche Gewalt gegen den Verbrecher zählt nicht dazu - einzusetzen, die den Angreifer ablenken oder beruhigen sollen, muss man einen kühlen Kopf bewahren. Versuche eine andere Methode wenn du merkst, dass er noch wütender und gewalttätiger wird. Während du überlegst, wie du dich wehren kannst, musst du aufpassen dich nicht noch an einen einsameren Ort drängen zu lassen. Vergiss auch nicht eine der wirksamsten Formen des Wiederstands - Schreien. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass du dich nicht unterwerfen wirst. Handelt es sich bei dem Verbrecher um einen Bekannten, könnte man es mit der Schockmethode versuchen, indem man den Angriff als das bezeichnet was er ist. Wenn man laut "Das ist Vergewaltigung! Ich hole die Polizei!" ruft, überlegt sich der Verbrecher vielleicht zweimal ob er noch weitergehen soll.

 


 

Sich zur Wehr setzen!

 

Wenn alles reden sinnlos ist, brauchst man keine Angst zu haben zum aktiven Wiederstand überzugehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man verletzt oder getötet wird, wird dadurch nicht größer, denn auch Unterwerfung garantiert keine Sicherheit. Daher raten die meisten Fachleute sich mit allen Kräften zu wehren. Es mag Frauen schwer fallen, sich zur Wehr zu setzen, da ihnen ein Leben lang eingeschärft wurde, dass sie höflich, passiv und unterwürfig sein müssen, selbst angesichts von Gewaltandrohung. Deswegen musst du dich schon im Voraus dafür entschieden haben, dich zur Wehr zu setzen, sodass du während des Überfalls nicht durch Zögern kostbare Zeit verlierst. Du musst darüber empört sein, dass dir jemand droht und dich unter Druck setzt. Mach dir bewusst, dass der Vergewaltigungsversuch geplant war, und dass der Vergewaltiger mit deiner Unterwerfung rechnet. Werde wütend, nicht ängstlich. "Deine Angst ist die stärkste Waffe deines Angreifers", bemerkte die Forscherin Linda Ledray. Mach dir keine Gedanken darüber, dass du zu grob sein oder eventuell lächerlich aussehen könntest. "Besser grob sein als vergewaltigt werden", sagte eine Expertin treffend. Frauen, die Sexualverbrechern erfolgreich wiederstanden, haben das gewöhnlich durch aktiven Wiederstand erreicht, und dabei mehr als eine Taktik angewandt. Unter anderem haben sie gebissen, getreten und geschrieen. Ist keine Verteidigung möglich, versuche etwas zu tun, um den Täter später identifizieren zu können. Wenn irgend möglich kratze ihn oder zerreiße seine Kleidung, denn dadurch wird man später Blutspuren oder Stofffetzen finden. Ist dieser Punkt erreicht, verlässt dich womöglich die Kraft weiterzukämpfen. In diesem Fall "mach dir keine Vorwürfe, dass du ihn hast gewähren lassen. Man muss nicht verletzt oder getötet werden, um zu beweisen, dass man vergewaltigt wurde." Keine zwei Situationen gleichen sich völlig, und kein Rat ist 100prozentig sicher. Selbst Experten sind sich uneinig, wie und in welchem Ausmaß sich ein Opfer während eines Angriffs wehren sollte.

 


 

Beschreibung eines potentiellen Sexualtäters

 

Misshandelt emotional indem er dich beleidigt, deine Meinung nicht berücksichtigt, oder ärgerlich wird, wenn du einen Vorschlag machst.

Versucht dein Leben zu kontrollieren, zum Beispiel was Kleidung und Freunde betrifft. Möchte bei einer Verabredung alle Entscheidungen selbst treffen. Unter anderem wo ihr essen geht oder welchen Film ihr euch anschaut.

Wird völlig grundlos eifersüchtig.

Spricht im Allgemeinen abwertend über Frauen.

Betrinkt sich oder nimmt Drogen, und möchte, dass du dasselbe tust.

Setzt dich unter Druck mit ihm alleine zu sein, oder mit ihm Geschlechtsverkehr zu haben.

Lässt dich bei einer Verabredung deinen Anteil nicht bezahlen, und wird wütend, wenn du ihm das anbietest.

Zeigt seine Neigung zu Gewalt selbst in kleinen Dingen ["angrabschen" oder schubsen].

Schüchtert dich ein, indem er zu nahe bei dir sitzt, dir den Weg versperrt, dich berührt, obwohl du dies verboten hast, oder mit dir spricht als würde er dich sehr gut kennen.

Kann nicht mit Enttäuschung umgehen, ohne ärgerlich zu werden.

Betrachtet dich nicht als gleichwertig.

Mag Waffen und behandelt Tiere, Kinder und Erwachsene die er tyrannisieren kann, gern brutal.

Frauen, die Sexualtätern erfolgreich wiederstanden, haben das gewöhnlich durch aktiven Wiederstand erreicht, und dabei mehr als eine Taktik angewandt.

 


 

8 Regeln für meine eigene Sicherheit:

 

1. Bevor ich weggehe, gebe ich meinen Eltern oder der entsprechenden verantwortlichen Person immer BESCHEID. Ich sage, wohin ich gehe, wie ich dorthin gelange, wer mich begleitet und wann ich wieder zu Hause bin.


2. Bevor ich in ein Auto steige oder mit jemandem weggehe, FRAGE ich meine Eltern um Erlaubnis, auch wenn es sich um eine mir bekannte Person handelt. Bevor ich Geld, Geschenke oder Drogen annehme, FRAGE ich meine Eltern.


3. Es ist weniger gefährlich, wenn ich mit anderen zusammen irgendwohin gehe oder draußen spiele. Ich halte mich an die KUMPELREGEL.


4. Ich sage NEIN, wenn jemand mich auf eine Art berühren möchte, die mir Angst macht, bei der ich mich unbehaglich fühle oder die mich verwirrt. 

ICH LAUFE WEG und BERICHTE es einem Erwachsenen, dem ich vertraue.


5. Ich weiß, es TRIFFT MICH KEINE SCHULD, wenn mich jemand auf eine Art berührt, die nicht okay ist. Ich werde diese Berührungen nicht verschweigen, ich darf darüber sprechen, ganz gleich, was passiert ist.


6. Ich verlasse mich auf meine Gefühle und vertraue Erwachsenen die Probleme an, die ich nicht alleine lösen kann. Viele Menschen sorgen sich um mich, hören mir zu und glauben mir. Ich bin nicht allein.


7. Es ist nie zu spät, sich Hilfe zu holen. Ich kann solange fragen, bis mir jemand hilft.


8. Ich bin etwas BESONDERES und habe Anspruch darauf, mich sicher zu fühlen.


 

Meine Regeln lauten:

 

BESCHEID GEBEN

DIE KUMPELREGEL ANWENDEN

NEIN SAGEN, WEGLAUFEN UND BERICHTEN

MEINEN GEFÜHLEN VERTRAUEN UND MIT ERWACHSENEN ÜBER

MEINE PROBLEME UND ÄNGSTE SPRECHEN.

 

Maßnahmen zur Verhinderung von Kindesentführung und Ausbeutung 

 

Informieren Sie sich stets über den Aufenthalt Ihrer Kinder. Lernen Sie die Freunde Ihrer Kinder und deren tägliche Aktivitäten kennen.

Achten Sie auf Veränderungen im Benehmen Ihrer Kinder. Sie sind ein Signal dafür, sich mit ihnen zusammenzusetzen und über die Gründe für ihre Veränderung zu reden.

Seien Sie wachsam gegenüber Teenagern oder Erwachsenen, die übermäßiges Interesse an Ihren Kindern zeigen oder ihnen unangemessene oder teure Geschenke machen.

Ermutigen Sie Ihre Kinder, ihren Gefühlen zu vertrauen, und bestärken Sie sie in ihrem Recht, NEIN zu sagen, wenn sie spüren, dass etwas falsch ist.

Achten Sie genau auf die Ängste Ihrer Kinder, und stärken Sie sie im Gespräch mit ihnen.

Erklären Sie Ihren Kindern, dass sich ihnen niemand auf eine Weise nähern oder sie berühren darf, die ihnen unangenehm ist. Geschieht es doch, sollen sie Sie unverzüglich davon unterrichten.

Sehen Sie sich Babysitter und andere Betreuungspersonen ganz genau an, ehe Sie ihnen Ihre Kinder anvertrauen.

 

Merkmale sexueller Ausbeutung

 

Sexuelle Ausbeutung darf nicht mit Körperkontakt als Ausdruck echter Zuneigung verwechselt werden. Eine warme und gesunde Beziehung kann bestehen, wenn Erwachsene das Kind respektieren und vernünftige Grenzen beim körperlichen Umgang miteinander ziehen.

Die sexuelle Belästigung eines Kindes ist häufig eine Wiederholungstat. Viele Kinder werden unzählige Male zum Opfer. Nach einem sexuellen Übergriff zeigt sich das Kind oft sehr verwirrt, unbehaglich und nicht willens, mit Eltern, Lehrern oder einer anderen Person über das Geschehene zu sprechen. Aber es wird darüber reden, wenn Sie in Ihrer Familie ein Umfeld des Vertrauens und der Unterstützung geschaffen haben und das Kind ohne Angst vor Anklage, Vorwürfen oder Schuld sprechen kann.

Eltern sollen wachsam gegenüber Anzeichen sein, die auf sexuellen Missbrauch hindeuten:

Verändertes Verhalten,

extreme Stimmungsschwankungen,

Zurückgezogenheit,

Ängstlichkeit oder auffallend häufiges Weinen

Bettnässen

Alpträume

Angst vor dem Zubettgehen oder andere

Schlafstörungen

Auffallende sexuelle Aktivität oder ungewöhnliches Interesse an Sexualität

Plötzlicher Gefühlsüberschwang

aggressives oder rebellisches Verhalten

Regression auf infantiles Verhalten

Angst vor bestimmten Orte Menschen oder Tätigkeiten

Furcht, mit bestimmten Personen allein zu sein

Kinder dürfen nicht gegen ihren Willen gezwungen werden, mit einem Erwachsenen oder Teenager Zärtlichkeiten auszutauschen. Ablehnung deutet möglicherweise auf ein Problem hin. 

Schmerz

Juckreiz

Blutungen

Ausfluss oder Wundsein der Geschlechtsorgane

 

Grundregeln zum Schutz der Kinder

 

Sobald Ihre Kinder in der Lage sind, einen Satz zu formulieren, können sie auch lernen, sich selbst vor Verführung und Ausbeutung zu schützen. Auf folgendes sollte man Kinder hinweisen:

 

Wenn du dich an einem öffentlichen Ort befindest und deine Eltern verlierst, gehe nicht umher, um sie zu suchen. Gehe sofort zu einer Kasse, ins Büro des Sicherheitsdienstes oder zur Information und erkläre der zuständigen Person, dass du deine Mama oder deinen Papa verloren hast und Hilfe brauchst, um sie wiederzufinden.

 

Du darfst weder in ein Auto steigen noch mit jemandem mitgehen, es sei denn, deine Eltern haben ihr Einverständnis gegeben.

 

Wenn dir jemand zu Fuß oder im Auto folgt, halte dich von ihm fern. 

 

Du brauchst nicht nahe an ein Auto heranzutreten, um mit den Insassen zu reden.

 

Erwachsene und ältere Leute, die Hilfe benötigen, sollten keine Kinder darum bitten. Sie sollten sich an ältere Personen wenden.

 

Niemand sollte dich nach dem Weg fragen oder dich bitten, nach einem entlaufenen Hündchen zu suchen. Und lass dir von keinem erzählen, dass deine Mutter oder dein Vater nicht kommen kann und er dich jetzt zu ihnen bringt.

 

Wenn jemand dich in seine Gewalt bringen will, renn schnell weg und schreie oder rufe laut: »Der Mann/die Frau will mich mitnehmen!« oder »Diese Person ist nicht mein Vater/meine Mutter!«

 

Denke an die Kumpelregel, und mache dich niemals allein auf den Weg.

 

Ursprung: NCMEC (National Center for Missing and Exploited Childre / Zentrum für vermisste und mißbrauchte Kinder) Quelle: John Douglas & Mark Olshaker "Jäger in der Finsternis", Spiegel Buchverlag 1997

 


 

Kindesmissbrauch durch Frauen

 

Frauen, die Kinder sexuell missbrauchen, bleiben oft unbehelligt - weil viele nur Männern solche verletzenden Übergriffe zutrauen. Ein internationaler Kongress unter dem Motto "Wege aus dem Labyrinth" begann mit diesem Vorurteil aufzuräumen

 

Aus Berlin Constanze von Bullion

 

"Ich hatte das Gefühl, dieses Kind ist mein Besitz"

 

Meist sind es Mütter, manchmal Tanten, gelegentlich Babysitter: Frauen, die ihre Schützlinge sexuell quälen, haben oft kein Unrechtsbewusstsein. Die Tricks, mit denen die Täterinnen sich aus der Verantwortung stehlen wollen, sind vielfältig. Therapeutinnen wissen: Ihre Bemühungen können scheitern, wenn die Frauen nicht aus ihren alten Verhaltensmustern aussteigen. Wer in Großbritannien rückfällig wird, muss in den Knast. Die Stimme verrät alles. Wie ein Rinnsal tropft sie in das Mikrophon des Kassettenrecorders. Wird schwächer, versickert dann ganz - und schießt plötzlich wieder los wie ein harter Wasserstrahl. Janet Robinson erzählt es nicht zum ersten mal. Die junge Frau mit dem schnörkellosen, nordenglischen Tonfall kennt die Fragen der Therapeutin auf der anderen Seite des Recorders. "Warum hast du deinen Sohn missbraucht?" fragt die leise, aber unerbittlich. "Weil ich dachte, ich hätte ein Recht darauf", antwortet sie. Es klingt wie eine vorsichtige Rechtfertigung. "Ich hatte das Gefühl, dieses Kind ist mein Besitz."

 

Was Janet Robinson ihrem Sohn angetan hat, braucht sie nicht mehr zu erzählen. Ihre Betreuerin weiß es. Der sechsjährige Marc weiß es. Sie selbst weiß es auch. Nach jahrelanger Therapie hat die Mutter von drei Kindern begriffen, dass ihr Kind fast zerbrochen wäre in ihren Händen. Hat gelernt, dass Sex, Gewalt und Liebe verschiedene Dinge sind. Und dass sie es nie wieder tun darf. Sonst muss sie in den Knast. 

 

Prävention statt Bestrafung ist das Motto, das Janets Therapeutin Hilary Eldridge durch Gefängnisse und Kliniken begleitet. Seit 21 Jahren betreut die Britin Sexualstraftäter. Inzwischen hat sie sich auf Frauen spezialisiert, die Kinder missbrauchen. Wie die Muster weiblicher Übergriffe aufgeschlüsselt werden, die Opfer geschützt und Rückfälle vermieden werden können, erläuterte Eldridge vergangene Woche in Berlin. Bei einem Internationalen Kongress zu sexuellem Missbrauch wurde erstmals ausführlich über Täterinnen gesprochen. 

 

Das Terrain ist unwegsam. Frauen, die Kinder angreifen, die verletzen, vergewaltigen oder verstümmeln, passen nicht zum Klischee der fürsorglichen Mutter. Noch weniger fügen sie sich ins feministische Bild von der Frau als Opfer männlicher Gewalt. Missbrauch ist nicht nur Männersache, das belegen vor allem Forscherinnen aus angelsächsischen Ländern. 

 

Von 8.663 Kindern und Jugendlichen, die sich innerhalb eines Jahres beim britischen Notruf "ChildLine" wegen Missbrauchs meldeten, benannten 780 eine Frau als Täterin, immerhin neun Prozent. Meist sind es Mütter, die sich an ihren Kindern vergreifen, manchmal Tanten oder Babysitter. Und nur hinter einigen von ihnen steht ein Mann, der die Regie führt. 

 

Was bei "ChildLine" durchs Telefon gewispert wird, sind oft nur versteckte Andeutungen. Manche Kinder erzählen, sie seien von einem Mann missbraucht worden, weil das glaubwürdiger klingt. Übergriffe von Frauen werden von Außenstehenden kaum ernst genommen. Für die Opfer kann das verheerend sein. "Überlebende" nennen sich die teilweise schwerverletzten Opfer des Missbrauchs. 

 

Ihre Erinnerungen hat die Londoner Kinderpsychologin Michele Elliott in ihrem jüngsten Sammelband "Frauen als Täterinnen" dokumentiert. Das Panorama, das sich hier eröffnet, ist ein bizarres Kaleidoskop der Grausamkeiten. 

 

Eleanor Stevens pinkelte sich als Kind absichtlich voll, damit ihre Mutter aufhörte, zwischen ihren Beinen herumzufummeln. Weil Gillian Balas ihre kleine Schwester geschlagen hatte, rammte die Mutter ihr den Stiel einer Haarbürste in die Vagina. Lynne Maries Mutter schnippelte mit der Schere an den Schamlippen ihrer fünfjährigen Tochter herum und steckte ihr brennende Zigaretten in den Unterleib. Richard Carter wurde von seiner Tante gezwungen, sie oral zu befriedigen, bis er sich erbrach. Paul Thorrson wurde mit einem Keilriemen verprügelt, als er nicht mehr mit seiner Adoptivmutter schlafen wollte. Alan Long schließlich demütigten die Freundinnen seiner Tante. Heute bezeichnet er sich Frauen gegenüber als "sexuell aggressiv". 

 

Dass Missbrauch sich durch Generationen fortsetzen kann, ist bekannt. Nahezu alle Frauen - so die britischen Studien -, die ohne männliche Anleitung Kinder misshandelt haben, wurden selbst missbraucht. Bei männlichen Tätern ist dies oft, aber nicht durchgängig der Fall. 

 

Wer selbst Opfer war, geht je nach Geschlecht unterschiedlich mit den Erlebnissen um. Weiblicher Missbrauch kann bei Mädchen wie Jungen das Selbstwertgefühl vernichten und lebenslangen Selbsthass provozieren. Doch in den Untersuchungen gab es auch einzelne Jungs, die erzählten, sie hätten den Sex mit Frauen aus ihrer Verwandtschaft als unbeschwertes Vergnügen empfunden. Ein schottischer Rentner etwa berichtet von "leidenschaftlichem Geschlechtsverkehr" mit seiner älteren Schwester. Noch als beide verheiratet waren, schlugen sie sich bei Familienfeten in die Büsche und genossen ihr verbotenes Laster. 

 

Keine Frage: Nicht jeder Inzest wird erzwungen. Und nicht jede mütterliche Berührung eines Kinderpimmels ist eine sexuelle Belästigung. Die Grenzen zwischen Spiel und Ernst, zwischen zärtlicher Pflege und unangenehmem Getätschel sind fließend. In Familien allerdings, wo Mütterlichkeit, Sexualität und Gewalt seit Generationen ineinander verwoben sind, kann jedes Unrechtsbewusstsein für Missbrauch fehlen. Und jedes Mitgefühl für die Opfer. 

 

Janet Robinson, die ihre Erfahrungen bei Hilary Eldridge aufs Band spricht, hat lange nicht begriffen, was man ihr vorwarf. "Was ich getan habe, war ganz normal und selbstverständlich", erinnert sie sich. "Ich habe gedacht, es ist okay für Marc. Als die Leute vom Jugendamt sagten, dass ich mein Kind sexuell missbrauche, war ich total schockiert." Diese Frau lügt nicht. Inzwischen hat sie erkannt, dass sie ihre Kinder verwahrlosen ließ. Dass sie pornographische Fotos von ihrem Sohn gemacht hat; dass sie ihn regelmäßig mit sexuellen Attacken gequält hat. 

 

Es war normal für Janet Robinson, die Wut an ihrem Sohn auszulassen, weil das schon ihr Großvater und ihre Mutter mit ihr getan hatten. Janet war minderjährig und Single, als Marc auf die Welt kam. Die Großmutter kümmerte sich - und vergriff sich ebenfalls an dem Säugling. Wann Janet selbst zulangte, kann sie inzwischen sehr genau erklären. "Wenn ich wütend war und deprimiert, habe ich mich richtig reingesteigert. Den ganzen Tag konnte ich den Zorn festhalten. Und am Abend bin ich explodiert." Ihr Sohn, sagt sie, sei der einzige gewesen, der ihr "die Wut nehmen" konnte. 

 

Das eigene Verhaltensmuster zu durchschauen ist ein großer Schritt. Aber es ist nur der erste. "Grooming" (englisch für: pflegen, auf eine Rolle vorbereiten) nennen Experten das ausgetüftelte System des Selbstbetrugs, mit dem Täterinnen und Täter den Missbrauch rechtfertigen. Dazu gehört, die eigene Verantwortung zu leugnen, ein Opfer durch Manipulation und Machtspielchen gefügig zu machen. Und den Lebensalltag so zu organisieren, dass die Übergriffe sich wie von selbst ergeben - beim Baden oder Schlafengehen etwa. Werden solche Gewohnheiten nicht durchbrochen, ändert sich nichts - trotz Behandlung. 

 

Erfahrene Therapeutinnen wie Hilary Eldridge kennen die Gefahr, nur an der Spitze des Eisberges zu laborieren. Welche Therapeutin kann sich schon darauf verlassen, dass ihr eine Klientin rückhaltlos anvertraut, was sich bei ihr zu Hause abspielt - während in der Therapie Schritt für Schritt die Biographie aufgearbeitet wird. 

 

Sitzen die Täterinnen während der Therapie schon im Knast, sind die Opfer zumindest sicher. Lebt die Familie aber noch zusammen, ist das Rückfallrisiko groß. Wegsperren hilft da wenig. Viele von Eldridges Klientinnen sind alleinerziehende Mütter. Spricht man ihnen das Sorgerecht ab, landen die Kinder womöglich im Heim.

 

Das britische Programm "Stop it now" setzt auf Vorbeugung. Damit die Patientinnen Vertrauen fassen, macht die Therapeutin ihnen klar, dass ein Kind nur im äußersten Notfall aus der Familie genommen wird. Aber: Sie braucht auch ein Druckmittel. Bei "Stop it now" arbeiten Psychologen und Strafverfolger zusammen. Nur wer zu konsequenter Behandlung bereit ist, wird auf Bewährung entlassen.

 

Erfahren die Psychologen im Knast von neuen Straftaten, können Geständnisse aus der Therapie an die Justiz weitergeleitet werden. Nur so kann Hilary Eldridge vermeiden, dass ihr Angebot als Fluchtweg aus dem Knast benutzt wird. Auch wer noch kein Verfahren am Hals hat, muss die Behandlung ernst nehmen und ist gezwungen, aus dem Missbrauch auszusteigen. Sonst droht die Vorladung.

 

Das klingt gut. Doch nicht jeder Therapeutin gelingt es, das Risiko eines heimlichen Rückfalls richtig einzuschätzen. Nicht jede Täterin steht den Entzug durch. Nicht jedes Kind kann warten, bis seine Peinigerin sich durch uralte Konflikte durchgekämpft hat.

 

Marc, der Sohn von Janet Robinson, wurde parallel zu seiner Mutter therapiert. Jetzt will er selbst raus aus der Mühle. Langsam zeigt auch Janet Mitgefühl für die Verletzungen, die sie ihrem Sohn zufügte. Sie hat eingewilligt, Marc in eine Pflegefamilie zu geben. Vermutlich wird sie ihn nie wiedersehen.

 

Die Arbeit ist damit noch lange nicht erledigt. Janet Robinson hat zwei Töchter, die nicht missbraucht wurden. Sie leben vorübergehend in Pflegefamilien und wollen lieber heute als morgen zurück nach Hause. Damit das gelingt, muss ihre Mutter einen kompletten Neuanfang zustande bringen. Sie muss lernen, ihr zerstörtes Selbstbewusstsein aufzubauen. Muss einen Alltag fern von ihren eigenen Eltern meistern und braucht vor allem starke Freunde. Am besten welche, die ihre schwächste Seite kennen.

 

Die Namen aller Betroffenen wurden geändert Magazin Nr. 5347 vom 04.10.1997 Seite 9 Hintergrund 248 Zeilen TAZ-Bericht Constanze von Bullion 

 


 

Kinder sind tabu

 

 Solche Bilder hab´ ich noch nie geseh´n

Solche Bilder will ich auch nie mehr seh´n

Mitleid und Abscheu

Mir war nur noch schlecht

 

Dass es so was gibt, hab´ ich wohl gewusst

Sie verstecken es hinter perverser "Lust"

Doch die nackte Gewalt

ist das Mittel und der Zweck

 

Die jungen Opfer sind zerbrechliche Wesen

sind hilflos, sie haben nichts getan

Opfer, die man leicht beeinflussen kann

 

Sie sind völlig schutzlos, ausgeliefert

Angst, die sie gefügig macht

bedroht und eingeschüchtert.

Nein - Verbrechen ist kein Spaß

Und Liebe ist kein Hass

 

Kinder sind tabu, Kinder sind tabu

Lasst die kleinen Menschen in Ruhe

Ihr Leben verstehen - ohne Angst und Gewalt

Sich wachsen seh´n - Kinder sind tabu

 

Das ist kein Kavaliers- kein Sexualdelikt

Sie machen Geld damit - sogar im Internet

Kinder werden videogerecht gequält

 

Das ist nicht weit weg, das ist unter uns

Diese "Zärtlichkeit" ist Folterkunst

jedes Schuld- und Mitgefühl krank - fremd

 

Wenn ich als Vater an die Opfer denke

mir das Mitleid für die Täter fehlt

dann geb´ ich zu, ich will´s nicht versteh´n

 

Wie man einem schwachen kleinen Mann

einer kleinen Frau so was antun kann

Jeder ist mir zuwider, der Kinder so benutzt

Sie brauchen unseren Schutz

 

Kinder sind tabu, Kinder sind tabu

Lasst die kleinen Menschen in Ruhe

Ihr Leben verstehen - ohne Angst und Gewalt

Sich wachsen seh´n - Kinder sind tabu

 

Wenn der "nette Herr" dort in der Nachbarschaft

sich an kleinen Jungs zu schaffen macht

ist der Schaden groß, doch die Strafe klein

das wird schon nicht so schlimm gewesen sein

 

Wenn der "gute Onkel" der den Kitzel vermisst

zu ganz kleinen Mädchen ganz "lieb" ist

Dann reicht es, wir drücken kein Auge mehr zu

Fasst sie nicht an, lasst sie endlich in Ruh´

 

Denn Kinder sind tabu

"PUR"