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Du schweigst, Herr, da der Richter 
feige das ungerechte Urteil fällt;
wenn Du einst richten wirst, 
dann zeige dich voll Erbarmen dieser Welt.

Du hast das Kreuz auf dich genommen, 
die schwere Schuld der ganzen Welt;
wenn Not und Ängste auf uns kommen,
sei es dein Kreuz, Herr, das uns hält.

O Herr, du wankst und sinkst zur Erde,
die Last der Sünden wirft dich hin;
gib, dass dein Fall mir Stärkung werde,
sooft ich schwach und elend bin.

Oh Mutter, die den Sohn gesehen
am Weg der Schmach und bittern Pein,
erfleh uns Kraft, mit ihm zu gehen,
und seinem Kreuze nah zu sein.

Es half dir einer, den sie zwangen,
und beugt sich unters Holz der Schmach;
gib, dass wir unser Kreuz umfangen
und dir in Liebe folgen nach.

Herr, präge uns dein Angesichte
für immer tief ins Herz hinein,
und wenn es aufstrahlt im Gerichte,
so lass es uns zum Heile sein.

Die Kraft verlässt dich, du fällst nieder,
zum zweiten Mal, das Kreuz ist schwer.
Ich falle und ich falle wieder;
in meiner Schwachheit hilf mir, Herr.

Du redest mahnend mit den Frauen:
"Weint über euch, nicht über mich."
Wenn wir dich einst als Richter schauen,
Herr Jesus, dann erbarme dich.

Da liegst du, wie vom Kreuz erschlagen,
erschlagen von der Schuld der Welt.
Hilf mir, im Abgrund nicht verzagen
und hoffen, dass dein Kreuz mich hält.

Herr, unsere Schuld hat dich verraten;
sie ist`s, die dich in Schande stößt.
Bedecke uns mit deinem Gnaden,
da wir so schmählich dich entblößt.

Du wirst, oh Herr, ans Kreuz geschlagen,
wirst hingeopfert wie ein Lamm,
du hast die Schuld der Welt getragen
bis an des Kreuzes harten Stamm.

Dein Kreuz, oh Herr, will ich erheben
und beneiden deinen Tod.
Von diesem Holz kam uns das Leben
und kam uns Freude in die Not.

Oh seht die Mutter voller Schmerzen,
wie sie den Sohn in Armen hält.
Sie fühlt das Schwert in ihrem Herzen,
trägt mit am Leid der ganzen Welt.

Er wird der Erde übergeben,
wie man den Weizen bettet ein;
doch wird er auferstehn und leben
und über alles herrlich sein.

 

Ostern


Ostern ist das älteste (mit Pfingsten) und höchste Fest der Christen! Es entwickelte sich aus dem jüdischen Pessach-Fest. Pessach-Fest: Das Fest der ungesäuerten Brote, beginnt am 14. Nissan (Vollmond im März/April). Pessach erinnert an den Auszug aus Ägypten. 7 Tage (in einigen Ländern 8) dauern die Festlichkeiten. Symbolcharakter haben beim festlichen Mahl am Sedarabend alle Speisen und Getränke. Bittere Kräuter und Salzwasser sollen an die damals vergossenen Tränen erinnern. Nach dem Abendessen wünschen sich alle: "Leschana habaa b´Jeruschalajim"! Nächstes Jahr in Jerusalem! Das Wort "Ostern" leitet sich von dem indogermanischen Wort für "Morgenröte" ab. Bis zum 3. Jahrhundert feierte man Ostern an einem einzigen Tag. Im 3. Jahrhundert wurde die Karwoche zur Fastentenzeit ernannt. Erst im 4. Jahrhundert führte man die 3 heiligen Tage (vom Gründonnerstag Abend bis Ostersonntag) als Höhepunkt des Kirchenjahres ein. Das Konzil von Nizäa legte fest, dass der Ostersonntag am 1. Sonntag nach dem auf dem Frühlingsanfang (21. März) folgenden Vollmond gefeiert wird. Daraus resultiert, dass der Ostersonntag stets zwischen dem 22. März und 25. April stattfindet, als beweglicher Feiertag im Jahreskreis. Der Ostersonntag wird gefeiert als das Fest der Auferstehung des Herrn.



Ostersonntag

Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Johannes, kommen um zwei Uhr in der Frühe zum Grab. Plötzlich erschüttert ein Erdbeben Jerusalem. Der Grabstein ward weggerollt und das Grab leer! Jesus erscheint Maria Magdalena, danach zwei seiner Jünger. Ergo: Der Ostersonntag ist der wichtigste Tag an den Osterfeiertagen. Am Ostersonntag freut sich die christliche Gemeinschaft über die Auferstehung von Jesus. Damit wird in die Hoffnungslosigkeit des Lebens plötzlich wieder ein Ziel oder Sinn gegeben, dass das Wirken von Jesus nicht ohne Wirkung bleibt, sondern den Menschen wieder Hoffnung gibt


Ostern
(Schulpfarrer Josef Ernst)


Wahrscheinlich kennen Sie die Geschichte: sie berichtet von den Bewohnern einer kleinen Stadt zu Beginn unseres Jahrhunderts. Einige Bewohner neigten, wenn sie an der weissgetünschten Wand eines bestimmten Hauses vorübergingen, ihren Kopf, wie zur Verehrung. Niemand wusste mehr warum. Eines Tages wurde bei Renovierungsarbeiten an diesem Haus unter dem Putz ein längst vergessenes Gemälde entdeckt, das Christus, den Erlöser, darstellte. Ihn hatten einst die Vorfahren gegrüßt. Die Gewohnheit der Leute, mit dem Kopf zu nicken, war geblieben. Der Verputz des Vergessens und der Gleichgültig - liegt er nicht auch über dem Osterfest? Die Gewohnheit, Ostern zu feiern, ist geblieben; die Ursache aber scheint verloren: Die Auferstehung Jesu Christi und der Glaube an unsere eigene Auferstehung. Sehr verschieden begegnen Menschen dem auferstandenen Christus: Maria Magdalena wird beim Namen gerufen, Thomas sucht Beweise und findet zum Glauben ... . Der auferstandene Christus ist da, wo Gewohnheiten verändert werden und Menschen sich öffnen für Gott und ihre Mitmenschen. Der auferstandene Christus schenkt uns Mut und Hoffnung. Wenn wir uns öffnen und verändern lassen wollen, können wir den auferstandenen Christus erfahren. Dann wird Ostern zum Fest des Lebens.



Sieg des Lebens

(Schulpfarrer Josef Ernst)


Ostern ist der Übergang vom Tod zum Leben. Jesus blieb nicht im Grab eingeschlossen. Er ist von den Toten auferstanden. Er lebt. In ihm bricht Gottes Leben durch wie eine Pflanze durch die Teerdecke. Der Glaube an den auferstandenen Christus trifft unser Leben, unser tägliches Leben. Darum bauen die Zeugen des Auferstandenen schon jetzt auf die Kräfte des Lebens nicht die des Todes. Sie stehen auf der Seite Gottes, der das Leben aller Menschen will. Sie stehen mit allen auf einer Seite, die eine Welt aufbauen will, in der keiner ausgegrenzt wird. Sie glauben an die Stärke der Liebe und der Wahrheit. Was immer geschieht, sie werden niemals am Menschen , an seiner Zukunft zweifeln. Enttäuschungen und Fehlschläge können ihnen die Hoffnung nicht nehmen. Seit Ostern ist das Unmögliche möglich. Das ist der Sieg des Lebens über den Tod. 


 

 

 

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